Über mich

Meine kleine „Kunstphilosophie“

Als Sammlernatur (Menschen waren zuerst Jäger und Sammler) reizen mich Dinge, die weggeworfen wurden und anscheinend niemand mehr braucht. Diese Artefakte besitzen durch den jahrzehntelangen Gebrauch eine ganz besondere Patina, die nicht  künstlich geschaffen werden kann – Gebrauchsspuren von fleißigen Handwerkern oder Bauern mühsam geprägt. Die Verwendung dieser Fundstücke mit ihrer ganz eigenen  Ästhetik in meiner künstlerischen Arbeit ist meine Art, der Wertschätzung an unsere Vorfahren. Oft verbinde ich Fundstücke und ergänze sie mit hierzu gearbeiteten keramischen Teilen, die sozusagen meine Vision einer gelungenen Integration des tradierten Alten in unsere moderne Welt ist.

Meine Hauptintention in meiner Arbeit  ist die Achtung für das Ausrangierte, Nutzlose; dem ich noch einmal einen neuen Sinn geben möchte, quasi eine zweite Chance – wider unsere Wegwerfgesellschaft. Der neue Sinn für die alten Dinge ist nicht mehr die Arbeit selbst, dafür sind sie zu brüchig, nicht zeitgemäß. Aber sie können durch ihre Anwesenheit dem Betrachter phantasievolle Geschichten erzählen, jedem eine andere Märe aus vergangenen Zeiten und das alles häufig mit einer Prise Skurrilität und Humor. Wer Lust hat, kann hier auch Schlüsse auf die heutige Arbeitswelt ziehen…

Nichts bleibt was es war – so kann Gewöhnliches zum Außergewöhnlichen werden. Der Hobel wird zur Arche, der Stiefelknecht zum General… Im wirklichen Leben gibt es ja auch mal (zwar selten) solche Wendungen.

Katrin Schinner im Januar 2007