Technik-Raku

Wie entsteht meine Rakukeramik?

1) Zuerst werden alle Stücke einmal bei ca. 900 Grad im Elektroofen geschrüht. Danach werden sie glasiert. Alle Glasuren sind selbst für meine Ansprüche nach eigenem Rezept hergestellt. 2) Der zweite Brand erfolgt dann im Gasofen. 3) Bei ca. 1000 Grad wird der Gasofen geöffnet, dann das rotglühende Keramikstück mit einer langen Zange entnommen und in eine daneben stehende Tonne gelegt. In dieser Tonne befindet sich entflammbares Material (meist Papier). 4) Sofort kommt ein dicht schließender Deckel darauf. In der Tonne entsteht eine starke Kohlenstoffentwicklung (Rauch) bzw. eine reduzierende Atmosphäre. 5) Der Rauch dringt unwiederbringlich in den glühenden Scherben und sorgt für die spezielle schwarze Färbung des unglasierten Scherbens, bzw. für die besonders interessanten, in ihrem Ausdruck sehr lebendigen, Glasuren.

Es entstehen immer Einzelstücke, da die Atmosphäre in Ofen und Tonne nie gleich ist und aus technischen Gründen nie mehr als ein großes und ein/zwei kleinere Objekte (z.B. Deckel) gebrannt werden können.

Spannende Materialkombinationen! Die Verbindung mit den unterschiedlichsten Artefakten geben jedem Objekt einen unverwechselbaren Charakter. So werden z.B. Strandhölzer, Wasserhähne, antike Porzellanpuppenteile, alte Schraubenzieher, Altglas, verrostete Beschläge oder Bettfedern und mehr verwandt. Oft gibt ein Fundstück Anlass dazu, hierfür eine passende Dose zu kreieren. Der kreative Weg führt häufig vom Fundstück zur Keramik.

 

Naked Raku – eine Besonderheit der Rakutechnik

1) Nachdem das Stück geformt ist und einen lederharten Zustand der Trocknung erreicht hat, wird es mehrere Male mit einem Kieselstein poliert, bis die Oberfläche glänzt und sehr glatt ist. 2) Es erfolgt dann der Schrühbrand bei 900 Grad. 3) Die polierte Fläche wird mit einer Schlickermischung (flüssiger Ton) begossen. Der Schlicker  trocknet schnell und erhält Risse (wie eine ausgetrocknete Pfütze, durch diese Risse dringt später der Rauch. 4) Der zweite Brand vollzieht sich dann wie oben. 5) Nachdem das Stück aus der Tonne entnommen wird, muss der gebrannt Schlicker möglichst schnell wieder entfernt werden (das Stück wird wie ein Ei abgepellt.) Bei dieser aufwendigen und seltenen Technik wird ohne Glasur gearbeitet, das interessante Spektrum zwischen Schwarz und Weiß entsteht alleine durch den Rauch.